Methode

Wir beginnen nicht beim Kanal. Wir beginnen bei den Menschen, die für die Stelle wirklich infrage kommen.

Bevor wir über Anzeigen, Direktansprache oder Kampagnen sprechen, klären wir drei Dinge: welche Menschen für diese Stelle wirklich infrage kommen, was sie bewegt und was Ihr Unternehmen ihnen glaubwürdig bieten kann. Erst daraus ergibt sich, welche Methode zum Ziel führt.

01 – Vom Jobtitel zum konkreten Aufgabenprofil

„Wir suchen einen Bauüberwacher.“ Klingt klar. Ist es nicht.

Mehrere kleinere Projekte

Er ist auf jeder seiner Baustellen der alleinige Ansprechpartner und entscheidet eigenständig. Für den passenden Kandidaten bedeuten mehrere Projekte Abwechslung und Eigenverantwortung, nicht Belastung.

Projekt A
Projekt B
Projekt C
1 Bauüberwacher

Projektmitarbeiter im Großprojekt

Er verantwortet einen abgegrenzten Bereich innerhalb eines großen Projekts und arbeitet täglich eng mit Kollegen und Projektleitung zusammen. Gefragt ist fachliche Tiefe, nicht Breite.

Ein Großprojekt
Ein Projektleiter
BÜ
BÜ
BÜ

Projektleiter eines Großprojekts

Er führt mehrere Bauüberwacher und verantwortet das Projekt gegenüber dem Bauherrn. Seine Arbeit besteht überwiegend aus Steuerung, Abstimmung und Entscheidungen, nicht mehr aus eigener Überwachung.

Ein Großprojekt
Projektleiter Bauüberwachung
BÜ
BÜ
BÜ

Gleicher Jobtitel. Andere Rolle, andere Anforderungen, ggf. andere Sub-Zielgruppen.

02 – Vom Aufgabenprofil zur Zielgruppe

Wer kommt für diese Stelle eigentlich infrage?

Der ideale Lebenslauf ist selten verfügbar. Entscheidend ist deshalb, wie weit wir vom Wunschprofil abrücken können, ohne die Aufgabe zu gefährden.

Perfect Fit
Planer & Baumanager

Bauüberwacher aus Bau-management-Unternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros oder Generalplanern

  • LPH 8 in vergleichbarer Verantwortung
  • Ähnliche Projektgrößen und Gewerke
  • Vergleichbare Auftraggeberstruktur

Geringste Umstellung und schnellste Einarbeitung. Gleichzeitig die schwierigste Abgrenzung: Warum sollte er wechseln, wenn es woanders „genauso“ ist?

Adjacent Fit
General- & Totalunternehmer

Bauleiter aus GU, TU oder größeren Bauunternehmen

  • Mehrjährige Baustellenerfahrung
  • Gewerkeübergreifende Verantwortung
  • Bereitschaft, sich in die Planerseite einzuarbeiten

Wertvolles Praxiswissen von der Baustelle, dazu oft hohe Wechselmotivation. Dem stehen niedrigere Gehälter auf Planerseite und Einwände gegen den Seitenwechsel gegenüber.

Kommt nicht infrage
Außerhalb des Korridors

Profile, bei denen die Einarbeitung unrealistisch wäre

  • Keine eigenverantwortliche Baustellenerfahrung
  • Ausschließlich ein einzelnes Gewerk
  • Reine Projektsteuerer aus der Vogelperspektive

Wir kennen die Anforderungen der Aufgabe und wissen deshalb auch, welche Kandidaten keinen Sinn machen.

Gemeinsam finden wir heraus, was ein Kandidat tatsächlich mitbringen muss, um das Aufgabenprofil erfolgreich zu bewältigen.

Weil wir mit allen Akteuren arbeiten, kennen wir die Menschen an jeder Stelle des Tisches. Und wir wissen, was jemanden dazu bringt, die Seite zu wechseln.

03 – Deep Dive

Eine Zielgruppe zu kennen heißt noch nicht, sie zu verstehen.

Zielgruppe A

Bauüberwacher beim
Baumanager

  • Wie sieht die aktuelle Arbeitsrealität aus?
  • Welche Vorbehalte bestehen gegenüber einer neuen Rolle?
Zielgruppe B

Bauüberwacher im
Planungsbüro

  • Was wird als positiv erlebt?
  • Welche Sprache verwendet die Zielgruppe selbst?
Zielgruppe C

Bauleiter beim
Generalunternehmer

  • Was stört im Alltag?
  • Welche Wechselgründe entstehen daraus?

Wir wollen verstehen, wie diese Menschen arbeiten, denken und entscheiden.

04 – Zielgruppeninterviews

Beweise aus Interviews statt Annahmen.

Wir sprechen mit Menschen aus der Zielgruppe und mit Ihren eigenen Mitarbeitern. Das ist der Beweis für unsere Annahmen: nicht, was wir über diese Menschen vermuten, sondern was sie selbst sagen. Drei stark vereinfachte Beispiele aus unserer Arbeit.

Der überlastete Projektleiter
Planungsbüro, zu dünne Personaldecke
Der ambitionierte Bauüberwacher
Erste eigene, kleine Projekte
Der familienorientierte Bauleiter
Generalunternehmer, lange Wege
Arbeitsrealität
Vier Projekte gleichzeitig. Vier verschiedene Auftraggeber und Nachunternehmer. Dazu ständiges Aushelfen in den vorderen Leistungsphasen, weil die Planungsqualität nicht trägt.
Das erste kleine Projekt ist abgeschlossen, das nächste sieht genauso aus. Größere Aufgaben bekommen andere, eine Perspektive nennt ihm niemand.
Frühe Abfahrt, späte Rückkehr, Wochenendarbeit in der heißen Phase. Den Kostendruck trägt er auf der Baustelle allein.
O-Ton
„Wenn ich so weitermache, brenne ich aus.“
„Ich will mich in einem Großprojekt beweisen.“
„Ich will mein Kind nicht per FaceTime aufwachsen sehen.“
Nach dem Wechsel
Weniger Projekte, dafür Tiefe. Er kommt wieder dazu, seine eigene Arbeit zu Ende zu bringen.
Mehr Verantwortung als zuvor und erfahrene Kollegen, von denen er tatsächlich lernt.
Er ist abends zu Hause. Fachlich hat er weniger verloren, als er befürchtet hat.
Der überlastete Projektleiter
Planungsbüro, zu dünne Personaldecke
Arbeitsrealität
Vier Projekte gleichzeitig. Vier verschiedene Auftraggeber und Nachunternehmer. Dazu ständiges Aushelfen in den vorderen Leistungsphasen, weil die Planungsqualität nicht trägt.
O-Ton
„Wenn ich so weitermache, brenne ich aus.“
Nach dem Wechsel
Weniger Projekte, dafür Tiefe. Er kommt wieder dazu, seine eigene Arbeit zu Ende zu bringen.
Der ambitionierte Bauüberwacher
Erste eigene, kleine Projekte
Arbeitsrealität
Das erste kleine Projekt ist abgeschlossen, das nächste sieht genauso aus. Größere Aufgaben bekommen andere, eine Perspektive nennt ihm niemand.
O-Ton
„Ich will mich in einem Großprojekt beweisen.“
Nach dem Wechsel
Mehr Verantwortung als zuvor und erfahrene Kollegen, von denen er tatsächlich lernt.
Der familienorientierte Bauleiter
Generalunternehmer, lange Wege
Arbeitsrealität
Frühe Abfahrt, späte Rückkehr, Wochenendarbeit in der heißen Phase. Den Kostendruck trägt er auf der Baustelle allein.
O-Ton
„Ich will mein Kind nicht per FaceTime aufwachsen sehen.“
Nach dem Wechsel
Er ist abends zu Hause. Fachlich hat er weniger verloren, als er befürchtet hat.

Besonders wertvoll sind Mitarbeiter, die einen vergleichbaren Wechsel bereits gemacht haben. Sie zeigen uns, welche Argumente vor dem Wechsel zählten und welche sich im Arbeitsalltag tatsächlich bestätigt haben.

Sie merken schon: Selbst diese drei stark vereinfachten Beispiele brauchen eine völlig unterschiedliche Ansprache.

05 – Arbeitgeberpositionierung

Was können Sie dieser Zielgruppe tatsächlich bieten?

A – Die Arbeit selbst

Woran arbeitet dieser Mensch, und wofür trägt er Verant­wortung?

  • Projektarten
  • Projektgrößen
  • Aufgabenzuschnitt
  • Verantwortungs­umfang
  • Teamstruktur
  • Führung
B – Kultur

Wie wird bei Ihnen zusammen­gearbeitet und entschieden?

  • Führungs­verständnis
  • Entscheidungs­wege
  • Fehlerkultur
  • Umgang miteinander
  • Kommunikation
  • Innovation
C – Rahmen­bedingungen

Was bedeutet die Stelle für seinen Alltag?

  • Arbeitszeiten
  • Reisetätigkeit
  • Homeoffice
  • Standort und Pendelweg
  • Vergütung
  • Firmenwagen
D – Perspektive

Was kann daraus in drei Jahren werden?

  • Arbeitsplatz­sicherheit
  • Auftragslage
  • Fachliche Entwicklung
  • Weg in die Führung
  • Gestaltungs­spielraum
Arbeitsrealität

Wie erlebt ein Mitarbeiter die Arbeit bei Ihnen tatsächlich?

Besonderheiten

Was unterscheidet Sie von den Alternativen, die dieser Mensch gerade prüft?

06 – Das Match

Nicht alles, was Sie bieten, ist für jeden Kandidaten relevant.

Auf der einen Seite steht die Realität der Zielgruppe. Auf der anderen das, was Sie als Arbeitgeber tatsächlich bieten. Relevant wird die Kommunikation dort, wo beides aufeinandertrifft.

Was bewegt diesen Menschen?

  • Arbeits- und Lebensrealität
  • Frustrationen und Probleme
  • Wünsche und Ziele
  • Wechselgründe
  • Glaubenssätze und Vorbehalte
Das Match

Was verändert sich für diesen Menschen konkret, wenn er zu Ihnen wechselt?

Für den einen sind zwei regionale Projekte wertvoller als ein höheres Gehalt. Für den anderen ist das 200-Millionen-Projekt überhaupt erst der Grund, über einen Wechsel nachzudenken.

Was bieten Sie tatsächlich?

  • Projekte und Aufgaben
  • Verantwortung und Arbeitsweise
  • Team und Kultur
  • Arbeitszeit und Arbeitsort
  • Vergütung und Sicherheit
  • Entwicklung und Perspektive

Entscheidend ist nicht, was Sie bieten, sondern was daraus für diesen Menschen entsteht.

„40-Stunden-Woche“
„Ich bin abends wieder zu Hause.“
„Großprojekt“
„Hier kann ich mich fachlich beweisen.“
„Größeres Projektteam“
„Ich muss nicht mehr alles allein auffangen.“
„Entwicklungsmöglichkeiten“
„In zwei Jahren führe ich mein eigenes Team.“

Daraus entsteht Kommunikation, die vier Dinge schafft.

Relevanz

„Das betrifft mich.“

Wir sprechen ein Problem, einen Wunsch oder eine Situation an, die in seinem Leben tatsächlich existiert.

Resonanz

„Die kennen meine Welt.“

Er erkennt seinen Arbeitsalltag, seine Gedanken und seine Sprache wieder, nicht HR- oder Marketingsprech.

Vertrauen

„Das kann ich glauben.“

Konkrete Projekte, Arbeitsbedingungen und Erfahrungen statt abstrakter Versprechen. Je konkreter, desto weniger muss er selbst interpretieren.

Emotion

„Das will ich.“

Er versteht nicht nur, was der Job bietet. Er kann sich vorstellen, wie sich sein Alltag dadurch verändert.

07 – Recruiting-Mix

Die Methode folgt dem Suchziel.

Nicht jede Stelle braucht denselben Ansatz, und nicht jedes Unternehmen steht an derselben Stelle. Deshalb kombinieren wir die Instrumente je nach Suchziel.
Performance Recruiting

Wenn wir eine klar definierte Zielgruppe systematisch und sichtbar erreichen wollen.

Wir erreichen die Zielgruppe dort, wo sie sich ohnehin täglich aufhält: auf den digitalen Plattformen.
Direktansprache

Wenn die relevante Zielgruppe klein, spezialisiert oder besonders gefragt ist.

Identifikation geeigneter Kandidaten und persönliche Ansprache.
Employer Branding

Wenn Recruiting nicht nur für eine Stelle, sondern langfristig leichter werden soll.

Positionierung, Karriereseite, Mitarbeiterstories, kontinuierliche Sichtbarkeit.

Häufig ist es keine Entweder-oder-Frage: Für dieselbe Zielgruppe können mehrere Wege funktionieren. Wir verbinden kurzfristige Kandidatengewinnung mit langfristigem Markenaufbau.

Erzählen Sie uns gerne von Ihrer Stelle.

Wir lernen Sie kennen und finden gemeinsam heraus, ob und wie wir diese Stelle besetzen können. Sie erhalten eine Einschätzung, mit welcher Suchzeit und welchen Kosten Sie planen können – und Beispiele vergleichbarer Besetzungen aus der Praxis.